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Wissen für Therapeutinnen und Therapeuten

Arbeitszeiten als Physiotherapeut: was üblich ist

In einer Praxis arbeitest du werktags, oft bis in den Abend. Das Arbeitszeitgesetz erlaubt im Schnitt acht Stunden am Tag, kurzfristig bis zu zehn, und Dokumentation zählt immer mit.

Jörn Schmidt, Physiotherapeut, Orthopädische Manuelle Therapie Aktualisiert am 30. September 2026 4 Minuten

Kurz beantwortet

Wie sind die Arbeitszeiten als Physiotherapeut?

In einer ambulanten Praxis arbeitest du werktags, oft von morgens bis in den Abend. Viele Patientinnen und Patienten können erst nach der Arbeit kommen, deshalb haben die meisten Praxen auch abends noch geöffnet. Eine volle Stelle hat im TVöD für die Kommunen 39 Wochenstunden, in Praxen ohne Tarif steht die Zahl im Arbeitsvertrag.

Weil eine Praxis länger geöffnet hat, als eine Person arbeitet, teilt sich das Team die Zeit auf. Manche Praxen arbeiten mit festen Früh- und Spätdiensten, andere mit einem Plan, der jede Woche neu gemacht wird. Ob samstags behandelt wird, ist von Praxis zu Praxis verschieden.

Wie voll ein Tag ist, entscheidet der Takt mehr als die Uhrzeit. Im 30-Minuten-Takt kommen an einem Achtstundentag rund 16 Behandlungswechsel zusammen, im 20-Minuten-Takt rund 24. Jeder Wechsel heißt abholen, umziehen lassen, die Liege richten und einen neuen Befund im Kopf haben. Zwei Stellen mit denselben Stunden können sich sehr verschieden anfühlen.

In Kliniken liegt der Schwerpunkt auf dem Tag. Je nach Haus kommen dort Dienste am Wochenende dazu, weil die Stationen auch dann belegt sind.

Suchst du weniger Stunden, lies den Beitrag über Teilzeit in der Physiotherapie. Dort steht, was das für Gehalt und Urlaub bedeutet.

Was sagt das Arbeitszeitgesetz?

Das Arbeitszeitgesetz gilt für alle Angestellten, in der Praxis genauso wie in der Klinik. Drei Regeln betreffen deinen Alltag direkt.

  • Höchstens acht Stunden am Tag, so steht es in § 3. Bis zu zehn Stunden sind erlaubt, wenn du innerhalb von sechs Monaten im Schnitt wieder auf acht kommst.
  • Pausen nach § 4. Wer mehr als sechs Stunden arbeitet, hat mindestens 30 Minuten Pause, bei mehr als neun Stunden sind es 45 Minuten. Die Pause darf in Abschnitte von mindestens 15 Minuten geteilt werden.
  • Ruhezeit nach § 5. Zwischen dem Ende eines Arbeitstags und dem Beginn des nächsten liegen mindestens elf Stunden. Wer bis 20 Uhr behandelt, fängt am nächsten Morgen frühestens um 7 Uhr an.

Die Pause muss im Terminkalender als Lücke stehen. Wenn zwischen zwei Patienten nie Zeit dafür bleibt, gibt es sie nur auf dem Papier.

Seit einem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom September 2022 müssen Arbeitgeber die Arbeitszeit ihrer Angestellten erfassen. Frag im Vorstellungsgespräch, wie die Praxis das macht und was mit Überstunden passiert.

Zählt die Dokumentation zur Arbeitszeit?

Ja. Was die Praxis von dir verlangt, ist Arbeitszeit. Das gilt für die Dokumentation genauso wie für die Teambesprechung. Die Fahrt zu Hausbesuchen gehört ebenfalls dazu.

Schwierig wird es, wenn die Dokumentation im Kalender keinen Platz hat. Sie gehört zum Vertrag mit den Krankenkassen, steckt aber nicht in der Regelbehandlungszeit. Im 20-Minuten-Takt landet sie oft in der Behandlung oder nach Feierabend, und aus einem Achtstundentag wird ohne Absicht ein längerer. Wie viel Zeit im Takt für den Menschen bleibt, steht im Beitrag über 20 oder 30 Minuten Behandlungszeit.

Im Gespräch klärst du am besten zwei Punkte.

  1. Wo steht die Dokumentation im Tagesplan? Eine konkrete Antwort nennt eine Uhrzeit oder einen Zeitblock.
  2. Wie werden Überstunden erfasst? Sie können ausgezahlt oder abgebaut werden. Beides ist in Ordnung, solange es festgelegt ist.

Was passiert, wenn ein Patient absagt?

Das Risiko trägt die Praxis. Wenn du zur Arbeit da bist und ein Termin ausfällt, wird deine Zeit trotzdem bezahlt. Das folgt aus § 615 BGB. Minusstunden für eine Absage aufzuschreiben, ist in aller Regel nicht zulässig.

Viele Praxen nutzen solche Lücken für Dokumentation, Vorbereitung oder die Pflege der Geräte. Das ist in Ordnung, weil es während der Arbeitszeit passiert. Wie eine Praxis mit abgesagten Terminen umgeht, lässt sich im Vorstellungsgespräch mit einer Frage klären. Mehr Fragen dieser Art findest du im Beitrag darüber, was im Vorstellungsgespräch zu klären ist.

Wie sind die Arbeitszeiten bei uns in Euskirchen?

Du arbeitest bei uns in den Öffnungszeiten der Praxis, Montag bis Donnerstag von 8 bis 19 Uhr und freitags von 8 bis 15:30 Uhr. Am Wochenende ist geschlossen. Anfangen kannst du ab 20 Wochenstunden, Vollzeit ist möglich. Wie deine Stunden in diesem Rahmen liegen, besprechen wir mit dir.

Jeder Termin hat bei uns 30 Minuten. Terminplanung, Organisation und Verwaltung übernimmt die Rezeption, zwischen zwei Behandlungen musst du also nicht ans Telefon. Einmal pro Woche sitzen wir alle zur Fallbesprechung zusammen. Dazu kommen 28 Tage Urlaub und ein Gehalt nach TVöD.

Alle Eckdaten findest du in der Stellenanzeige für Physiotherapeuten. Für die Kurzbewerbung reichen dein Name und deine Rufnummer. Jörn Schmidt meldet sich dann selbst bei dir.

Was die Praxis von dir verlangt, ist Arbeitszeit. Das gilt für die Dokumentation genauso wie für die Teambesprechung.

Frag ruhig nach

Nach allem, was wir hier über die Arbeit bei Physio EU schreiben, kannst du im Gespräch fragen oder es dir an einem Hospitationstag selbst ansehen. Ein Anruf ist noch keine Bewerbung.

In dieser Praxis

So sehen dieselben Zahlen bei uns aus

Bei uns hast du 30 Minuten je Termin, ein Gehalt nach TVöD und 28 Tage Urlaub, ab 20 Wochenstunden. Was das im Alltag bedeutet und wo wir noch nicht so weit sind, liest du im Karrierebereich.