Kurz beantwortet
Was bleibt im 20-Minuten-Takt?
Rund 15 Minuten Therapie. Der Rest geht für Abholen, Umziehen, Liege richten, Verabschieden und Dokumentieren drauf.
AusführlichUnd bei 30 Minuten?
Rund 25. Das sind zwei Drittel mehr Zeit am Menschen, bei gleich vielen Handgriffen drumherum.
AusführlichWo liegt das Problem?
Bei der Dokumentation. Sie gehört zum Vertrag, aber nicht zur Regelbehandlungszeit. Also landet sie in den 20 Minuten oder nach Feierabend.
AusführlichWie klärt man das im Gespräch?
Mit der Frage, wo genau die Dokumentation im Tagesablauf ihren Platz hat. Die Taktung allein verrät das nicht.
Ausführlich
Wie viel Therapiezeit bleibt im 20-Minuten-Takt?
Rund 15 Minuten. Der Rest geht für das drauf, was zwischen zwei Patienten passiert. Du holst den Patienten ab, er zieht sich um, du richtest die Liege, wäschst dir die Hände, verabschiedest ihn und dokumentierst. Im Fachforum physio.de wird diese Rechnung seit Jahren so aufgemacht.
Bei 30 Minuten bleiben rund 25. Das sind zwei Drittel mehr Zeit am Menschen, und die Handgriffe drumherum bleiben dieselben.
Warum ist die Dokumentation das eigentliche Problem?
Die Dokumentation gehört zum Vertrag, aber nicht zur Regelbehandlungszeit. Sie muss erledigt werden, hat im Kalender aber keinen eigenen Platz. Deshalb landet sie in den 20 Minuten oder nach Feierabend.
So wird aus dem Takt schnell eine Frage der Überstunden. Wenn du im Vorstellungsgespräch nach der Taktung fragst, lohnt sich deshalb gleich eine zweite Frage: Wo genau hat die Dokumentation im Tagesablauf ihren Platz?
Was bedeutet der Unterschied über einen ganzen Tag?
Am deutlichsten wird es, wenn man die Wechsel zählt und nicht die Minuten. Im 30-Minuten-Takt kommen bei acht Stunden rund 16 Vor- und Nachbereitungen zusammen, im 20-Minuten-Takt rund 24. Das sind acht Wechsel mehr am Tag. Achtmal mehr abholen, umziehen lassen und die Liege richten, und achtmal mehr einen neuen Namen und Befund im Kopf haben.
Die Praxis Fraureuth begründet ihren 30-Minuten-Takt öffentlich und bringt es gut auf den Punkt. Über eine volle Schicht macht es einen erheblichen Unterschied, ob man 16 oder 24 Mal am Tag vor- und nachbereiten muss.
Warum arbeiten trotzdem so viele Praxen im 20-Minuten-Takt?
Weil es sich rechnet. Im 20-Minuten-Takt behandelt eine Praxis die Hälfte mehr Patienten und macht entsprechend mehr Umsatz. In der Branche wird das auch offen so gerechnet.
Wer sich für 30 Minuten entscheidet, verzichtet also bewusst auf die Hälfte mehr Umsatz. Deshalb sagt diese Entscheidung einiges über eine Praxis aus.
Woran erkennt man, ob eine Praxis den Takt einhält?
Es gibt drei gute Anhaltspunkte.
- Steht der Takt auch da, wo Patienten ihn lesen? Wer ihn nur in der Stellenanzeige nennt, verspricht ihn den Bewerbern. Wer ihn auch den Patienten sagt, hat sich festgelegt.
- Gibt es eine besetzte Rezeption? Wenn Therapeuten zwischen zwei Behandlungen ans Telefon gehen, sieht der Takt im Behandlungsraum anders aus als auf dem Papier.
- Ist eine Hospitation möglich? Wenn du einen halben Tag mitläufst, weißt du Bescheid.
Wie ist es in dieser Praxis?
Wir arbeiten im 30-Minuten-Takt. Das steht in unserer Stellenanzeige und seit Jahren auch dort, wo unsere Patienten nachlesen, wie ein Termin abläuft. Termine, Organisation und Verwaltung übernimmt bei uns die Rezeption.
Am besten siehst du das an einem Hospitationstag. An einem Tag bei uns bekommst du vom Takt mehr mit als in jedem Gespräch.
Die Dokumentation gehört zum Vertrag, aber nicht zur Regelbehandlungszeit. Sie muss erledigt werden, hat im Kalender aber keinen eigenen Platz.
Frag ruhig nach
Nach allem, was wir hier über die Arbeit bei Physio EU schreiben, kannst du im Gespräch fragen oder es dir an einem Hospitationstag selbst ansehen. Ein Anruf ist noch keine Bewerbung.