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Wissen für Therapeutinnen und Therapeuten

Praxiswechsel: neun Fragen fürs Vorstellungsgespräch

In einer VPT-Umfrage haben zwei Drittel der Befragten schon über den Ausstieg nachgedacht. Wer lieber die Praxis wechselt als den Beruf, sollte im Gespräch neun Dinge klären.

Jörn Schmidt, Physiotherapeut, Orthopädische Manuelle Therapie Aktualisiert am 18. September 2026 6 Minuten

Kurz beantwortet

Warum wechseln Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten die Praxis?

Die zweite bundesweite VPT-Umfrage zur Arbeitssituation kommt zu einem deutlichen Ergebnis. Zwei Drittel der Befragten haben konkret darüber nachgedacht, aus dem Beruf auszusteigen. Als Gründe nennen sie Bürokratie, Fachkräftemangel, zu geringe Vergütung und einen Arbeitsalltag an der Belastungsgrenze.

Wer im Beruf bleibt und nur die Praxis wechselt, tut das meistens wegen des Gehalts, wegen fehlender Entwicklungsmöglichkeiten oder wegen der Praxisleitung. Aus der Beratungspraxis heißt es, dass das Verhalten der Praxisleitung der häufigste Grund ist, über den kaum jemand spricht.

Die neun Fragen

1. In welchem Takt wird behandelt, und wo steht die Dokumentation?

Mit dieser Frage fängst du am besten an. Ob du 20 oder 30 Minuten pro Patient hast, merkst du jeden Tag. Die Dokumentation gehört zu deinem Vertrag, ist aber nicht Teil der Regelbehandlungszeit. Deshalb lohnt es sich, beides zusammen zu fragen. Ausführlich im Beitrag zur Taktung

2. Wer macht Termine, Telefon und Abrechnung?

Wenn die Antwort „das machen wir alle mit“ lautet, machst du es auch mit. Ob es eine besetzte Rezeption gibt, entscheidet darüber, ob du abends noch Rechnungen schreibst.

3. Behandle ich denselben Patienten über das ganze Rezept?

Wenn du einen Patienten vom ersten bis zum letzten Termin begleitest, siehst du, wie sich etwas entwickelt. Wer jede Woche jemand anderen vor sich hat, kann oft nur die aktuellen Beschwerden behandeln.

4. Welche Fortbildung wird wie übernommen?

„Wir unterstützen Fortbildungen“ reicht als Antwort nicht. Wichtig ist, welche Fortbildungen es sind, in welcher Höhe sie bezahlt werden und wer sie aussucht. Und ob die Kurstage als Arbeitszeit zählen oder vom Urlaub abgehen.

5. Gibt es eine Rückzahlungsklausel, und wie lange bindet sie?

Bindungsfristen nach bezahlten Fortbildungen sind in der Branche üblich. Arbeitsrechtlich sind sie zulässig, solange sie in einem angemessenen Verhältnis zu Kosten und Nutzen stehen. Eine Frist allein ist deshalb kein Grund zur Sorge. Vorsichtig werden solltest du, wenn dir niemand die Klausel schriftlich zeigen will.

6. Wie läuft die Einarbeitung?

Das gilt auch mit zehn Jahren Erfahrung. Jede Praxis dokumentiert anders, plant Termine anders und rechnet anders ab. Gut zu wissen ist deshalb, wer in den ersten Wochen für dich ansprechbar ist.

7. Gibt es eine Teambesprechung, und was passiert darin?

In einer wöchentlichen Fallbesprechung bekommt jeder mit, woran die anderen gerade arbeiten. Wo es so etwas nicht gibt, arbeitet oft jeder für sich. Frag auch, ob die Besprechung in der Arbeitszeit liegt.

8. Womit wird der Verlauf dokumentiert?

Handschriftlich, in der Software oder mit Messwerten? Wer den Fortschritt messen kann, kann ihn auch belegen, gegenüber dem Patienten, dem Arzt und sich selbst.

9. Darf ich einen Tag hospitieren?

Die Antwort auf diese Frage sagt oft mehr als die acht Antworten davor. Eine Praxis, die nichts zu verbergen hat, lässt dich gern einen Tag mitlaufen.

Was du im Gespräch nicht tun solltest

Über den alten Arbeitgeber herziehen. Das ist der Fehler, den Bewerbungsratgeber für den Beruf am häufigsten nennen. Der neue Arbeitgeber hört dabei mit, wie du später vielleicht über ihn sprichst. Erzähl lieber sachlich, was du suchst. Das reicht völlig.

Und wenn du uns diese Fragen stellen willst

Dann ruf uns an oder schreib uns ein paar Zeilen. Unterlagen brauchst du dafür nicht, und entscheiden musst du dich auch noch nicht. Wir unterhalten uns erst einmal.

Aus der Beratungspraxis heißt es, dass das Verhalten der Praxisleitung der häufigste Grund ist, über den kaum jemand spricht.

Frag ruhig nach

Nach allem, was wir hier über die Arbeit bei Physio EU schreiben, kannst du im Gespräch fragen oder es dir an einem Hospitationstag selbst ansehen. Ein Anruf ist noch keine Bewerbung.

Wartebereich der Praxis mit Sitzgelegenheiten
Neun Fragen passen gut in ein Gespräch. Wer bei keiner davon konkret wird, hat damit auch schon etwas gesagt.

In dieser Praxis

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