Kurz beantwortet
Welche Übungen?
Fußsohle und Wade dehnen, die Fußsohle über einen Ball rollen und die Ferse auf einer Stufe heben. Die erste Übung am besten morgens vor dem Aufstehen.
AusführlichWoher kommt der Schmerz?
Meist von der gereizten Sehnenplatte unter der Fußsohle. Einen Sporn im Röntgenbild haben viele, ohne etwas zu spüren.
AusführlichWie lange dauert es?
Eine Veränderung zeigt sich oft nach einigen Wochen. Bis die Ferse ganz zur Ruhe kommt, vergehen meist Monate.
AusführlichUnd die Stoßwelle?
Sie kommt infrage, wenn die Ferse trotz Übungen nicht zur Ruhe kommt. Bei uns ist sie eine Selbstzahlerleistung.
Ausführlich
Welche Übungen helfen bei Fersensporn?
Vor allem Übungen, die die Sehnenplatte unter der Fußsohle und die Wade dehnen, dazu ein langsamer Kraftaufbau für die Wade. Die fünf Übungen unten sind ein üblicher Einstieg. Machen Sie sie jeden Tag, die erste am besten schon morgens vor dem Aufstehen. Die Übungen sollen nicht wehtun, ein Ziehen ist in Ordnung. Ist der Fersenschmerz neu, sprechen Sie die Übungen vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrer Therapeutin ab.
1. Fußsohle im Sitzen dehnen. Setzen Sie sich auf die Bettkante oder einen Stuhl und legen Sie den betroffenen Fuß auf das andere Knie. Fassen Sie die Zehen und ziehen Sie sie langsam in Richtung Schienbein, bis Sie unter dem Fuß eine Spannung spüren. Halten Sie zehn Sekunden und wiederholen Sie das zehnmal, dreimal am Tag. Vor den ersten Schritten am Morgen tut diese Übung vielen am besten.
2. Wade an der Wand dehnen. Stützen Sie sich mit beiden Händen an einer Wand ab und stellen Sie das betroffene Bein nach hinten. Die Ferse bleibt am Boden, das hintere Knie ist gestreckt. Schieben Sie die Hüfte nach vorn, bis Sie in der Wade ein Ziehen spüren. Halten Sie 30 Sekunden, dreimal. Danach machen Sie dasselbe mit leicht gebeugtem hinterem Knie, so dehnen Sie auch den tiefer liegenden Wadenmuskel.
3. Fußsohle rollen. Rollen Sie im Sitzen die Fußsohle über einen Tennisball oder eine kleine Flasche, von der Ferse bis zu den Zehenballen. Der Druck soll angenehm sein, fest drücken müssen Sie nicht. Zwei Minuten reichen, gern auch zwischendurch unter dem Schreibtisch.
4. Fersenheben auf der Stufe. Stellen Sie sich mit den Vorfüßen auf eine Treppenstufe und halten Sie sich am Geländer fest. Unter die Zehen des betroffenen Fußes legen Sie ein zusammengerolltes Handtuch, sodass die Zehen nach oben gebogen sind. Drücken Sie sich auf diesem Fuß langsam hoch, drei Sekunden nach oben, zwei Sekunden oben halten, drei Sekunden nach unten. Anfangs reichen drei Durchgänge mit zehn bis zwölf Wiederholungen, jeden zweiten Tag. Fällt das auf einem Bein noch schwer, beginnen Sie mit beiden Beinen.
5. Handtuch greifen. Legen Sie im Sitzen ein Handtuch vor sich auf den Boden und ziehen Sie es mit den Zehen Stück für Stück zu sich heran. Das kräftigt die kleinen Muskeln im Fuß. Zwei- bis dreimal hintereinander, einmal am Tag.
Was ist ein Fersensporn?
Ein kleiner knöcherner Auswuchs am Fersenbein, der im Röntgenbild zu sehen ist. Meist sitzt er an der Unterseite der Ferse, dort, wo die Sehnenplatte der Fußsohle ansetzt. Diese Platte heißt in der Medizin Plantarfaszie. Seltener liegt der Sporn hinten am Ansatz der Achillessehne.
Der Sporn selbst ist oft gar nicht die Ursache des Schmerzes. Viele Menschen haben einen, ohne je etwas davon zu merken. Die Beschwerden kommen meist von der gereizten Sehnenplatte, deshalb spricht man auch von einer Plantarfasziitis. Typisch ist ein stechender Schmerz bei den ersten Schritten am Morgen oder nach längerem Sitzen. Nach ein paar Minuten Gehen lässt er nach und kommt nach langem Stehen zurück.
Begünstigt wird das durch viel Stehen und Gehen auf hartem Boden, durch Übergewicht, eine verkürzte Wadenmuskulatur, einen Senk- oder Spreizfuß und Schuhe mit wenig Dämpfung. Auch Läuferinnen und Läufer, die ihr Training schnell steigern, sind oft betroffen.
Wie lange dauert es, bis die Übungen wirken?
Die erste Veränderung zeigt sich oft nach einigen Wochen regelmäßigen Übens. Bis die Ferse ganz zur Ruhe kommt, vergehen meist mehrere Monate. Bei den meisten Menschen gehen die Beschwerden mit der Zeit zurück, operiert wird nur selten.
Bleiben Sie auch dann dabei, wenn es besser wird. Wer die Übungen weglässt, sobald der Morgenschmerz verschwunden ist, bekommt ihn oft zurück.
Was hilft außer Übungen?
Entlastung im Alltag. Dazu gehören Schuhe mit fester Fersenkappe und etwas Dämpfung. Laufen Sie möglichst wenig barfuß auf hartem Boden und legen Sie eine Pause von Sprüngen und langen Läufen ein. Fersenkissen oder Einlagen kann Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Orthopäde verordnen. Nach langer Belastung kann Kühlen den Schmerz lindern.
Hält der Schmerz trotz Übungen über Wochen an, kommt die Stoßwellentherapie infrage. Die Ferse gehört zu den Stellen, an denen sie am häufigsten eingesetzt wird. Beim Fersensporn zahlen die gesetzlichen Kassen sie unter bestimmten Voraussetzungen in der Arztpraxis. Dazu gehört etwa, dass die Beschwerden schon lange bestehen und andere Behandlungen nicht gereicht haben. Fragen Sie danach bei Ihrer Orthopädin oder Ihrem Orthopäden. Spritzen und Operationen sind ebenfalls ärztliche Sache.
Wann Sie zuerst zum Arzt gehen sollten
Gehen Sie zuerst zum Arzt, wenn die Ferse nach einem Sturz oder Sprung plötzlich wehtut. Das gilt auch, wenn sie geschwollen, gerötet oder warm ist oder wenn Sie Fieber haben.
Ärztlich abklären lassen sollten Sie außerdem Taubheit oder Kribbeln an Fuß und Zehen und Schmerzen, die nachts und in Ruhe stark sind. Tun beide Fersen zugleich weh, vielleicht auch noch andere Gelenke, gilt das ebenso. Bei Kindern und Jugendlichen im Wachstum gehört Fersenschmerz ebenfalls zuerst in ärztliche Hand. Können Sie nicht mehr normal auftreten, warten Sie nicht ab.
So behandeln wir Fersensporn in Euskirchen
Zuerst untersuchen wir, woher der Schmerz kommt. Wir prüfen, welche Bewegung ihn auslöst und was ihn verändert, und schauen dabei auch auf Wade, Knie und Hüfte.
Mit einer ärztlichen Verordnung behandeln wir Sie in der Krankengymnastik. Das Programm stellen wir nach Ihrem Befund zusammen, und auf unserer Trainingsfläche bauen wir die Kraft in Wade und Fuß wieder auf. Mit den ForceDecks von VALD, Kraftmessplatten aus dem Leistungssport, sehen wir, wie groß der Unterschied zwischen beiden Seiten noch ist. Ein Termin dauert bei uns in der Regel 30 Minuten.
Kommt die Ferse trotzdem nicht zur Ruhe, kann die Stoßwellentherapie dazukommen. Sie zahlen sie selbst. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen sie in der Physiotherapiepraxis nicht. Den Preis nennen wir Ihnen vor der ersten Anwendung. Dafür brauchen Sie ein Privatrezept Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes. Meist sind mehrere Sitzungen im Abstand von etwa einer Woche nötig, und die Übungen für zu Hause laufen weiter. Bitte sagen Sie uns vorher Bescheid, wenn Sie schwanger sind, blutverdünnende Medikamente nehmen oder einen Herzschrittmacher tragen.
Einen Termin bekommen Sie telefonisch unter 02251 777944 oder direkt bei uns in der Praxis in der Hochstraße 38-40. Was Sie zum ersten Termin mitbringen, lesen Sie unter Ihr erster Termin.
Der Sporn selbst ist oft gar nicht die Ursache des Schmerzes.




