Zum Inhalt springen

Wissen für Therapeutinnen und Therapeuten

Berufseinstieg: worauf es bei der ersten Stelle ankommt

Nach dem Examen zählt vor allem, wer neben dir steht. Das Gehalt ist zweitrangig. Einarbeitung, Mentoring und Taktung prägen das erste Jahr.

Jörn Schmidt, Physiotherapeut, Orthopädische Manuelle Therapie Aktualisiert am 18. September 2026 5 Minuten

Kurz beantwortet

Worauf kommt es bei der ersten Stelle an?

Auf die Einarbeitung. Zwei Einstiegsgehälter liegen selten mehr als 200 Euro auseinander. Ob am ersten Tag jemand neben dir steht oder ob du allein in einen Behandlungsraum gehst, prägt dagegen die nächsten Jahre.

Ratgeber zum Berufseinstieg nennen fast alle denselben Punkt als den wichtigsten. Es sollte einen erfahrenen Menschen geben, der für dich ansprechbar ist. Man kann das auch Mentoring nennen.

Was ist normal am Anfang, und was nicht?

Normal ist, dass du unsicher bist. Du überlegst nach dem Termin noch, ob der Befund gestimmt hat, und brauchst für die Dokumentation länger als die Kollegin nebenan. Und du musst nachfragen, wie die Praxis abrechnet.

Nicht normal ist, wenn niemand Zeit hat, dir zu antworten. Oder wenn deine Terminliste schon in der ersten Woche voll ist und man dir sagt, das lerne man schon.

Welche Fragen sollte man im Gespräch stellen?

Berufseinsteiger fragen im Gespräch oft zu wenig, meist aus Sorge, es könnte anspruchsvoll wirken. Dabei zeigen Rückfragen Interesse, das steht auch in jedem Bewerbungsratgeber für den Beruf.

Diese vier Fragen gehören dazu:

  • Wer ist in den ersten Wochen mein Ansprechpartner?
  • Wie voll ist meine Terminliste am Anfang, und wie steigert sie sich?
  • Kann ich bei Kolleginnen und Kollegen hospitieren?
  • Welche Fortbildung wäre der nächste sinnvolle Schritt, und wann?

Welche Fortbildung zuerst?

Diese Entscheidung prägt die ersten Berufsjahre, weil sie festlegt, was du abrechnen darfst. Die Positionen, die eine Praxis braucht, sind Manuelle Therapie, Lymphdrainage, Krankengymnastik am Gerät und die neurologischen Zertifikate Bobath und PNF.

Welche davon für dich passt, hängt vom Schwerpunkt der Praxis ab, in der du anfängst. Im Gespräch kannst du klären, welche Fortbildung der Arbeitgeber für sinnvoll hält und ob er sie bezahlt.

Was gilt für Berufseinsteiger in dieser Praxis?

In unserer Stellenanzeige steht ausdrücklich, dass du weder Vorerfahrung noch bestimmte Fortbildungen mitbringen musst. Wir arbeiten im 30-Minuten-Takt, und das ist gerade am Anfang ein ganz anderer Druck als bei 20 Minuten. Einmal in der Woche sitzen wir im Team zusammen und besprechen Fälle. Termine und Verwaltung übernimmt die Rezeption.

Wie die Einarbeitung im Einzelnen abläuft, haben wir nicht schriftlich festgelegt. Das besprechen wir im Gespräch mit dir, je nachdem, was du schon mitbringst.

Zwei Einstiegsgehälter liegen selten mehr als 200 Euro auseinander. Ob am ersten Tag jemand neben dir steht oder ob du allein in einen Behandlungsraum gehst, prägt dagegen die nächsten Jahre.

Frag ruhig nach

Nach allem, was wir hier über die Arbeit bei Physio EU schreiben, kannst du im Gespräch fragen oder es dir an einem Hospitationstag selbst ansehen. Ein Anruf ist noch keine Bewerbung.

Heller Behandlungsraum mit großem Fenster
Am Anfang unsicher zu sein, ist normal. Damit allein gelassen zu werden, sollte es nicht sein.

In dieser Praxis

So sehen dieselben Zahlen bei uns aus

Bei uns hast du 30 Minuten je Termin, ein Gehalt nach TVöD und 28 Tage Urlaub, ab 20 Wochenstunden. Was das im Alltag bedeutet und wo wir noch nicht so weit sind, liest du im Karrierebereich.