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Wissen für Therapeutinnen und Therapeuten

Physiotherapeut im Krankenhaus oder in der Praxis?

In kommunalen Kliniken gilt der TVöD, Physiotherapie liegt in Entgeltgruppe 7 bei 3.295 bis 4.045 Euro brutto. Dafür arbeitest du dort meist auch am Wochenende. Ambulante Praxen zahlen oft weniger, haben aber feste Termine und Patienten über das ganze Rezept.

Jörn Schmidt, Physiotherapeut, Orthopädische Manuelle Therapie Aktualisiert am 30. September 2026 4 Minuten

Kurz beantwortet

Was verdienst du als Physiotherapeut im Krankenhaus?

In einer kommunalen Klinik 3.295 bis 4.045 Euro brutto im Monat bei Vollzeit. Dort gilt der TVöD, und Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sind in Entgeltgruppe 7 eingruppiert (TVöD VKA, Tabelle seit 1. Mai 2026). Die Stufe richtet sich nach deinen Berufsjahren und steigt nach festen Zeiten.

Zum Tarif gehören weitere Leistungen. Es gibt eine Jahressonderzahlung und Zuschläge für Wochenend- und Feiertagsdienste. Über die Zusatzversorgungskasse bekommst du außerdem eine betriebliche Altersversorgung. Unikliniken zahlen nach dem Tarifvertrag der Länder, kirchliche Häuser nach eigenen Arbeitsvertragsrichtlinien, und private Klinikträger haben oft Haustarife. Frag bei jeder Stelle nach, welcher Vertrag gilt.

Ambulante Praxen sind an keinen Tarif gebunden. Im unteren Quartil zahlen sie rund 2.757 Euro, in Nordrhein-Westfalen liegt die Spanne bei 2.600 bis 3.800 Euro (Medi-Karriere und CuraCareer, Stand 2026). Beim Gehalt liegt die Klinik also meistens vorn. Wie groß der Abstand zu einer Praxis ist, hängt davon ab, ob sie sich freiwillig am Tarif orientiert.

Wie sehen Arbeitszeiten und Schichten in der Klinik aus?

Ein Krankenhaus läuft rund um die Uhr, und frisch operierte Patienten müssen auch am Samstag mobilisiert werden. In vielen Häusern gibt es dafür Wochenend- und Feiertagsdienste, die reihum verteilt werden. Der Arbeitstag beginnt oft früh, weil die Physiotherapie zwischen Visite, Untersuchungen und Mahlzeiten ihren Platz finden muss.

Die ambulante Praxis richtet sich nach ihren Öffnungszeiten, und die liegen in der Regel an Werktagen. Viele Praxen haben dafür lange Abende, weil berufstätige Patienten erst nach der Arbeit kommen können. Wie die Termine auf die Woche verteilt sind, solltest du deshalb bei jeder Praxis genauso fragen wie bei einer Klinik nach dem Dienstplan.

Welche Patienten behandelst du in Klinik und Praxis?

In der Klinik behandelst du akute Fälle. Das sind Menschen am ersten Tag nach einer Operation, Patientinnen auf der Intensivstation mit Atemtherapie oder Patienten mit einem frischen Schlaganfall. Du bist nah an den Ärztinnen und Ärzten, siehst viele Krankheitsbilder und lernst gerade am Anfang in kurzer Zeit sehr viel. Dafür bleiben die meisten Patienten nur wenige Tage. Wie es ihnen nach der Entlassung geht, erfährst du selten.

In der Praxis ist es umgekehrt. Dort kommen die Menschen nach der Klinik oder mit Beschwerden, die sich über Monate entwickelt haben. Du siehst sie über eine ganze Verordnung, oft über mehrere. In der Klinik siehst du einen Menschen oft nur ein paar Tage lang. In der Praxis erlebst du mit, wie er Woche für Woche wieder mehr kann.

Wie unterscheidet sich der Takt?

Die Klinik arbeitet mit einer Stationsliste. Wer heute dran ist, steht morgens fest, aber die Dauer schwankt. Ein Patient ist gerade beim Röntgen, der nächste braucht länger, dazwischen liegen Wege über die Stationen. Dokumentiert wird im System des Hauses.

Die Praxis arbeitet mit einem festen Terminkalender. Üblich sind 20 Minuten je Termin, davon bleiben nach Vor- und Nachbereitung rund 15 Minuten für die Behandlung. Wie viel das über einen Tag ausmacht, steht im Beitrag 20 oder 30 Minuten.

Für wen passt was?

Die Klinik passt gut zu dir, wenn du Tarifsicherheit willst, gern im großen Team mit Ärzten und Pflege arbeitest und akute Fälle spannend findest. Auch für den Berufseinstieg hat sie Vorteile, weil du viele Krankheitsbilder in kurzer Zeit siehst und bei Krankheit oder Urlaub immer jemand vertreten kann. Mehr dazu steht im Beitrag Berufseinstieg.

Die Praxis passt besser, wenn du deine Patienten über längere Zeit begleiten willst, feste Termine magst und am Wochenende frei haben möchtest. Achte dann besonders auf Takt und Gehalt, denn da unterscheiden sich Praxen stark.

Wie ist es bei uns in Euskirchen?

In Euskirchen arbeiten wir ambulant und zahlen trotzdem nach TVöD, Entgeltgruppe 7. Das sind 3.295 bis 4.045 Euro brutto im Monat bei Vollzeit, die Stufe richtet sich nach deinen Berufsjahren. Mehr dazu steht im Beitrag TVöD in der ambulanten Physiotherapie.

Jeder Termin hat bei uns 30 Minuten, und du behandelst deine Patientinnen und Patienten in der Regel vom Anfang bis zum Ende des Rezepts. Geöffnet ist montags bis donnerstags von 8 bis 19 Uhr und freitags von 8 bis 15:30 Uhr, am Wochenende ist die Praxis zu. Du hast 28 Tage Urlaub und arbeitest ab 20 Wochenstunden, Vollzeit ist möglich.

Der Schwerpunkt liegt im orthopädisch-chirurgischen und im onkologischen Bereich, dazu kommen Neurologie mit Bobath und PNF, CMD und Schwindeltherapie. Dazu gehört die Nachbehandlung nach Operationen. Den Verlauf misst du mit VALD DynaMo und ForceDecks. Im Team sind wir zu sechst, fünf davon in der Therapie, und besprechen einmal pro Woche unsere Fälle. Termine und Abrechnung macht die Rezeption.

Alles zur Stelle findest du unter Physiotherapeut (m/w/d). Für eine Kurzbewerbung reichen Name und Rufnummer, Jörn Schmidt meldet sich dann selbst bei dir.

In der Klinik siehst du einen Menschen oft nur ein paar Tage lang. In der Praxis erlebst du mit, wie er Woche für Woche wieder mehr kann.

Frag ruhig nach

Nach allem, was wir hier über die Arbeit bei Physio EU schreiben, kannst du im Gespräch fragen oder es dir an einem Hospitationstag selbst ansehen. Ein Anruf ist noch keine Bewerbung.

In dieser Praxis

So sehen dieselben Zahlen bei uns aus

Bei uns hast du 30 Minuten je Termin, ein Gehalt nach TVöD und 28 Tage Urlaub, ab 20 Wochenstunden. Was das im Alltag bedeutet und wo wir noch nicht so weit sind, liest du im Karrierebereich.