Kurz beantwortet
Was hilft?
Beim gutartigen Lagerungsschwindel ein Lagerungsmanöver wie Epley oder Semont. Welches passt, hängt davon ab, welcher Bogengang auf welcher Seite betroffen ist.
AusführlichKann ich das Manöver selbst machen?
Das erste Manöver nicht. Diagnose und erste Lagerung gehören in ärztliche oder therapeutische Hände, weil zuerst geklärt werden muss, ob es überhaupt ein Lagerungsschwindel ist.
AusführlichWas darf ich zu Hause üben?
Nach der Abklärung zum Beispiel die Brandt-Daroff-Übungen, Übungen für einen ruhigen Blick und Gleichgewichtstraining an einer sicheren Stelle.
AusführlichWann sofort zum Arzt?
Wenn Schwindel zum ersten Mal auftritt und immer, wenn Doppelbilder, Sprachstörungen, Lähmungen, Taubheit oder ein plötzlicher Hörverlust dazukommen.
Ausführlich
Welche Übungen helfen bei Lagerungsschwindel?
Beim gutartigen Lagerungsschwindel helfen Lagerungsmanöver, die bekanntesten heißen Epley und Semont. Dabei wird der Kopf in einer festen Abfolge gedreht und gelagert. Kleine Kristalle, die sich im Innenohr verirrt haben, wandern so an eine Stelle, an der sie keinen Schwindel mehr auslösen. Bei vielen reichen dafür ein bis zwei Behandlungen.
Das Manöver wirkt nur, wenn es zur betroffenen Seite und zum betroffenen Bogengang passt. Am Anfang steht also die Diagnose, und das erste Manöver gehört in ärztliche oder therapeutische Hände. Übungen zum Selbstmachen kommen erst danach.
Was ist gutartiger Lagerungsschwindel?
Im Innenohr liegt das Gleichgewichtsorgan. Dazu gehören drei Bogengänge, die Drehbewegungen des Kopfes melden, und kleine Kalkkristalle, die Otolithen, die normalerweise an ihrem festen Platz sitzen. Lösen sich einige davon und geraten in einen Bogengang, meistens in den hinteren, melden sie bei bestimmten Kopfbewegungen eine Drehung, die es nicht gibt.
Das Ergebnis ist ein heftiger Drehschwindel, der nur Sekunden dauert, meist unter einer Minute. Er kommt beim Hinlegen, beim Umdrehen im Bett, beim Aufrichten oder wenn Sie den Kopf in den Nacken legen. Oft wird einem dabei übel. Zwischen den Anfällen ist man häufig beschwerdefrei, fühlt sich aber unsicher.
Gutartig heißt, dass keine gefährliche Erkrankung dahintersteckt. Der Lagerungsschwindel tritt häufiger ab dem mittleren Alter auf, nach einem Schlag auf den Kopf oder nach längerer Bettruhe. Oft findet sich kein Auslöser.
Wie funktionieren Epley-Manöver und Semont-Manöver?
Zuerst prüft die Ärztin oder der Therapeut mit einem Lagerungstest, ob es sich um einen Lagerungsschwindel handelt. Dabei werden Sie mit gedrehtem Kopf zügig aus dem Sitzen in die Rückenlage gebracht. An den typischen Augenbewegungen, die dabei auftreten, lässt sich ablesen, welcher Bogengang auf welcher Seite betroffen ist.
Beim Epley-Manöver liegen Sie auf dem Rücken, der Kopf hängt leicht über und ist zur Seite gedreht. Dann wird der Kopf Schritt für Schritt auf die andere Seite gedreht, Sie rollen mit und setzen sich am Ende wieder auf. In jeder Position bleiben Sie so lange, bis der Schwindel abklingt.
Beim Semont-Manöver sitzen Sie auf der Liege. Mit gedrehtem Kopf werden Sie zügig auf die eine Seite gelegt und dann in einem Schwung über die Sitzposition hinweg auf die andere.
Beide Manöver lösen während der Behandlung meist kräftigen Schwindel aus, manchmal auch Übelkeit. Wer das zum ersten Mal erlebt, ist froh, wenn jemand daneben sitzt und hält. Auf der falschen Seite oder beim falschen Bogengang bringt das Manöver nichts, und bei einer anderen Ursache des Schwindels kann es sogar gefährlich sein.
Welche Übungen können Sie nach der Abklärung selbst machen?
Steht die Diagnose fest und hat das erste Manöver stattgefunden, können Übungen zu Hause helfen, einen Rest an Schwindel und Unsicherheit abzubauen. Die Übungen sollen nicht wehtun. Ein kurzer Schwindel bei Übung 1 gehört dazu, er sollte aber nach Sekunden wieder abklingen. Stimmen Sie die Auswahl mit Ihrer Ärztin oder Ihrer Therapeutin ab und üben Sie anfangs nicht allein in der Wohnung.
1. Brandt-Daroff-Übungen. Setzen Sie sich mittig auf die Bettkante. Drehen Sie den Kopf etwa 45 Grad nach links und legen Sie sich zügig auf die rechte Seite. Bleiben Sie liegen, bis der Schwindel vorbei ist, mindestens 30 Sekunden. Richten Sie sich auf und warten Sie 30 Sekunden. Dann dasselbe zur anderen Seite, also Kopf nach rechts und auf die linke Seite legen. Fünf Durchgänge sind eine Einheit, drei Einheiten am Tag sind üblich.
2. Blick festhalten. Setzen Sie sich auf einen Stuhl und schauen Sie auf einen Punkt an der Wand, etwa auf Augenhöhe in einem Meter Abstand. Drehen Sie den Kopf langsam hin und her, der Blick bleibt auf dem Punkt. 30 Sekunden, dann Pause. Drei Durchgänge, später auch mit Nickbewegungen. Wenn das sicher geht, können Sie das Tempo etwas steigern.
3. Stehen mit schmaler Basis. Stellen Sie sich in eine Zimmerecke oder vor eine Küchenzeile, die Hände griffbereit. Stellen Sie die Füße eng nebeneinander und halten Sie den Stand 30 Sekunden. Geht das gut, setzen Sie einen Fuß direkt vor den anderen. Dreimal, später auch mit geschlossenen Augen, aber nur mit Halt in Reichweite.
4. Gehen mit Kopfdrehung. Gehen Sie einen Flur entlang und drehen Sie dabei den Kopf langsam nach links und rechts, als würden Sie Schaufenster anschauen. Zwei bis drei Bahnen, und bleiben Sie in der Nähe einer Wand.
Wann Sie zuerst zum Arzt gehen sollten
Schwindel, der zum ersten Mal auftritt, gehört immer ärztlich abgeklärt. Schwindel hat viele Ursachen, und nicht jede lässt sich mit Physiotherapie behandeln. Manchmal braucht es eine andere Behandlung, manchmal eine dringende.
Rufen Sie den Notruf 112, wenn zum Schwindel Doppelbilder, Sprach- oder Schluckstörungen, eine hängende Gesichtshälfte, Lähmungen oder Taubheit in Arm oder Bein kommen. Das können Zeichen eines Schlaganfalls sein.
Zeitnah zum Arzt sollten Sie auch, wenn
- der Schwindel stundenlang anhält, auch wenn Sie den Kopf ruhig halten
- Sie plötzlich schlechter hören, ein neues Ohrgeräusch haben oder Druck im Ohr spüren
- starke Kopfschmerzen oder Nackenschmerzen dazukommen
- der Schwindel nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf begonnen hat
- Sie kaum noch gehen können, ohne zu fallen
So behandeln wir Lagerungsschwindel in Euskirchen
In unserer Schwindeltherapie behandeln wir mit einer ärztlichen Heilmittelverordnung, nachdem der Schwindel ärztlich abgeklärt ist. Beim gutartigen Lagerungsschwindel arbeiten wir mit Lagerungsmanövern. Dazu kommen Übungen für einen ruhigen Blick und Training für Gleichgewicht und Gang. Wenn die Halswirbelsäule beteiligt ist, behandeln wir sie mit.
Ein Termin dauert in der Regel 30 Minuten, und meist behandelt Sie dieselbe Therapeutin über das ganze Rezept. Bringen Sie bitte die Verordnung und die ärztlichen Befunde mit. Hilfreich sind auch Notizen, bei welcher Bewegung der Schwindel auftritt, wie lange er anhält und ob sich alles dreht oder schwankt. Damit kommen wir oft schneller zur richtigen Behandlung als mit der Untersuchung allein.
Einen Termin vereinbaren Sie unter 02251 777944 oder in der Praxis in der Hochstraße 38-40 in Euskirchen. Was beim ersten Besuch sonst noch wichtig ist, steht unter Ihr erster Termin.
Das Manöver wirkt nur, wenn es zur betroffenen Seite und zum betroffenen Bogengang passt.




